
Wie lange dauert eine Migräne? Alle Phasen im Überblick
Du wachst mit einem dumpfen Druck im Kopf auf und fragst dich, ob du heute überhaupt etwas schaffst. Oder du sitzt in der Vorlesung, im Büro oder in der Bahn, und die Schmerzen werden stärker. Dann kommt fast immer dieselbe Frage: Wie lange dauert eine Migräne eigentlich?
Die kurze Antwort: Die Kopfschmerzphase dauert bei Erwachsenen zwischen 4 und 72 Stunden. Rechnest du die Phasen davor und danach dazu, kann sich eine Attacke über mehrere Tage ziehen. In diesem Artikel gehen wir die Phasen nacheinander durch, damit du besser einordnen kannst, wo du gerade stehst. Mehr Hintergrundwissen findest du auch auf unserer Seite Migräne-Symptome.
Kurz gesagt
- Die Kopfschmerzphase einer Migräne dauert unbehandelt 4 bis 72 Stunden.
- Eine Attacke besteht oft aus bis zu vier Phasen: Vorphase, Aura (nicht bei allen), Kopfschmerzphase und Rückbildungsphase.
- Mit Vorboten und Erholung kann sich eine Attacke über bis zu eine Woche erstrecken.
- Dauern deine Attacken regelmäßig länger als 72 Stunden oder hast du sehr viele Kopfschmerztage, ist das ein Grund, mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu sprechen.
Wie lange dauert die Schmerzphase einer Migräne?
Die Schmerzphase dauert bei Erwachsenen unbehandelt meist zwischen vier und 72 Stunden. So beschreiben es die Neurologen und Psychiater im Netz: Kopfschmerzattacken halten vier bis 72 Stunden an.
Das ist eine große Spanne. Bei manchen Menschen ist der Spuk nach einem halben Tag vorbei, bei anderen dauert er mehr als zwei Tage. Auch bei dir selbst können Attacken sehr unterschiedlich lang sein, je nach Stress, Schlaf, Zyklus und dem Zeitpunkt, an dem du reagierst.
Wichtig ist der Zusatz "unbehandelt". Die Zahlen beschreiben den natürlichen Verlauf. Wie eine Behandlung die Dauer verändert, ist eine Frage für deine Ärztin oder deinen Arzt, hier geben wir dazu keine Empfehlung.
Beginnt eine Migräne erst mit dem Schmerz?
Nein, eine Migräne beginnt oft schon vor dem Schmerz und hört nicht automatisch mit ihm auf. Eine Attacke lässt sich meist in drei bis vier Phasen einteilen. Nicht jede Person erlebt alle Phasen, und nicht bei jeder Attacke sind sie gleich deutlich.
Das erklärt, warum du dich manchmal schon "komisch" fühlst, bevor der Kopf wehtut, und warum du dich nach der Attacke noch einen Tag lang wie durch den Wolf gedreht fühlst. Das ist keine Einbildung, sondern gehört zum Verlauf.
Phase 1: Was ist die Vorphase und wie lange dauert sie?
Die Vorphase (Prodromalphase) beginnt Stunden bis etwa zwei Tage vor dem Schmerz. Laut den Neurologen und Psychiatern im Netz berichten viele Betroffene von Anzeichen, die schon einen Tag zuvor die nächste Attacke ankündigen können.
Typische Vorboten sind:
- Hochstimmung oder das Gefühl besonderer Leistungsfähigkeit
- Gereiztheit oder gedrückte Stimmung
- Heißhunger auf Süßes, vermehrter Hunger oder ungewöhnlicher Durst
- Verstopfung
- Müdigkeit oder Benommenheit
Viele halten diese Zeichen für Zufall oder Launen, zum Beispiel den Heißhunger auf Schokolade. Er kann aber auch schon zur Attacke gehören. Mehr dazu erklärt der Beitrag Vorphase kann Migräne-Attacke ankündigen.
Phase 2: Wie lange dauert die Migräne-Aura?
Eine Aura dauert meist zwischen 15 und 60 Minuten und kommt nicht bei allen vor. Bei etwa 10 bis 15 Prozent der Betroffenen folgt auf die Vorphase eine Aura, bevor die eigentliche Kopfschmerzphase beginnt. Die Neurologen und Psychiater im Netz nennen dafür etwa 15 bis 30 Minuten, andere Ratgeber sprechen von höchstens 60 Minuten.
Die Aura besteht aus vorübergehenden neurologischen Symptomen. Am häufigsten sind Sehstörungen wie Flimmern, Zickzacklinien oder Lichtblitze, möglich sind auch Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Sprachstörungen. Sie bauen sich meist innerhalb von Minuten auf und gehen wieder vollständig zurück.
Hast du eine Aura zum ersten Mal oder ist sie ungewöhnlich, etwa mit plötzlicher Lähmung oder Sprachverlust, lass das ärztlich abklären. Bei plötzlich auftretenden, ungewohnten Ausfällen ruf lieber den Notruf 112, statt abzuwarten.
Phase 3: Wie lange hält der Kopfschmerz an?
Die Kopfschmerzphase ist der Teil, den du am deutlichsten spürst, und sie dauert vier bis 72 Stunden. Der Schmerz ist oft pochend, meist einseitig, und kann von Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet werden. Das beschreiben auch die Neurologen und Psychiater im Netz.
Gegen Ende verändert sich der Schmerz häufig: Aus dem Pochen wird ein gleichbleibender Druck. Danach folgt oft eine Phase der Ruhe oder des Schlafs, mit der die Attacke langsam abklingt.
Bei Kindern und Jugendlichen verläuft die Migräne oft anders und meist kürzer. Wenn du das für dein Kind wissen möchtest, lies unseren Ratgeber zu Migräne bei Kindern und Jugendlichen.
Phase 4: Was passiert in der Rückbildungsphase?
In der Rückbildungsphase (Postdrom) klingen die Beschwerden allmählich ab, oft mit Erschöpfung. Viele Betroffene fühlen sich danach müde, abgeschlagen oder haben Konzentrationsprobleme. Diese Phase dauert durchschnittlich etwa einen Tag und kann bis zu zwei Tage anhalten, wie ein deutschsprachiger Ratgeber zum Migräneverlauf beschreibt.
Das ist für den Alltag wichtig. Der Schmerz ist weg, aber du bist noch nicht wieder bei hundert Prozent. Plane nach einer starken Attacke, wenn möglich, einen ruhigeren Tag ein, statt sofort alles nachholen zu wollen.
Wie lange dauert eine Migräne insgesamt?
Alle Phasen zusammen können eine Attacke auf mehrere Tage ausdehnen, im Extremfall auf bis zu eine Woche. Das ist eine Spanne, keine Regel. Die folgende Übersicht fasst die Zeiten zusammen:
| Phase | Typische Dauer |
|---|---|
| Vorphase | Stunden bis etwa 2 Tage |
| Aura (nicht bei allen) | meist 15 bis 60 Minuten |
| Kopfschmerzphase | 4 bis 72 Stunden |
| Rückbildungsphase | etwa 1 bis 2 Tage |
Rechne also nicht damit, dass eine Migräne genau dann endet, wenn der Schmerz nachlässt. Viele Menschen, die ihre Attacken über Wochen aufschreiben, merken erst dadurch, wie lang der gesamte Verlauf wirklich ist.
Wann dauert eine Migräne zu lange?
Dauert die Kopfschmerzphase trotz Behandlung länger als 72 Stunden, spricht man vom Status migraenosus. Das ist selten und sollte ärztlich beurteilt werden, auch um andere Ursachen auszuschließen.
Auch ohne Zahlen gilt: Wenn deine Attacken länger werden, häufiger kommen oder sich anders anfühlen als sonst, geh zu deiner Hausärztin, deinem Hausarzt oder zu einer neurologischen Praxis. Bei plötzlichen, extrem heftigen Kopfschmerzen ("wie ein Donnerschlag"), Fieber mit Nackensteife oder neuen Ausfällen ist ein Notfall möglich, dann wähle die 112.
Welche Vorbeugung für dich sinnvoll sein könnte, entscheidest du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Allgemeine Ideen findest du in unserem Bereich Migräne-Auslöser.
Und wenn ich ständig Kopfschmerzen habe?
Von chronischer Migräne spricht man, wenn Kopfschmerzen über mehr als drei Monate an mindestens 15 Tagen im Monat auftreten und sich an mindestens acht Tagen wie eine Migräne anfühlen. So beschreibt es gesundheitsinformation.de, das Portal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Dann geht es nicht mehr um die Länge einer einzelnen Attacke, sondern um die Zahl der Tage. Wenn du dich hier wiedererkennst, ist ein Termin in der Praxis sinnvoll. Als Beispiel für eine Behandlungsoption bei chronischer Migräne erklären wir Botox und das PREEMPT-Schema, ohne dir eine Empfehlung zu geben: Was passt, klärst du mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.
Falls du zusätzlich oft Schmerzmittel nimmst, sprich das ebenfalls offen an. Ob und wie viel du einnehmen solltest, ist eine rein ärztliche Frage.
Warum lohnt es sich, die Dauer deiner Attacken aufzuschreiben?
Weil Dauer, Stärke und Auslöser im Kopf schnell verschwimmen, und weil Ärztinnen und Ärzte genau diese Angaben brauchen. Die Neurologen und Psychiater im Netz empfehlen deshalb ein Kopfschmerztagebuch. Darin hältst du fest, wie oft Attacken kommen, wie schwer sie sind und welche Begleitsymptome auftreten.
Hilfreich zu notieren sind:
- wann die ersten Vorboten auftraten (Heißhunger, Gereiztheit, Müdigkeit)
- wann Aura und Schmerz begannen und endeten
- wie stark der Schmerz war
- wann du dich wieder wie du selbst gefühlt hast
- mögliche Auslöser wie Schlaf, Stress, Zyklus oder Bildschirmzeit
Über Wochen entstehen so Muster. Vielleicht dauern deine Attacken rund um die Periode länger, oder die Vorphase verrät dir schon einen Tag früher, dass es losgeht. Zum Thema Bildschirm kannst du auch Migräne und Bildschirm: Ist das Blaulicht wirklich schuld? lesen.
Fazit: Eine Migräne ist mehr als der Schmerz
Eine Migräne dauert meist länger, als der Kopfschmerz allein vermuten lässt: vier bis 72 Stunden Schmerz, dazu Vorphase und Erholung. Das zu wissen, nimmt oft schon Druck heraus, denn du bist nicht "zu empfindlich", wenn du dich auch am Tag danach noch schlapp fühlst.
Schreib deine Attacken auf, damit du Muster erkennst und beim nächsten Arzttermin konkrete Angaben machen kannst. Und wenn Attacken länger als 72 Stunden dauern, sich verändern oder dich im Alltag stark einschränken, hol dir ärztlichen Rat. Wie du Attacken im Alltag nehmen kannst, findest du unter Migräne-Behandlung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Migräne ohne Medikamente?
Unbehandelt hält die Kopfschmerzphase bei Erwachsenen laut den Neurologen und Psychiatern im Netz vier bis 72 Stunden an. Wie lange es bei dir dauert, kann von Attacke zu Attacke schwanken. Über Behandlungen sprichst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Kann eine Migräne länger als drei Tage dauern?
Ja, das ist möglich, wird aber als Status migraenosus bezeichnet, wenn der Kopfschmerz trotz Behandlung länger als 72 Stunden anhält. Das sollte ärztlich abgeklärt werden, damit andere Ursachen ausgeschlossen werden können. Bei sehr starken oder ungewöhnlichen Beschwerden zögere nicht, medizinische Hilfe zu holen.
Warum fühle ich mich nach der Migräne noch erschöpft?
Nach dem Schmerz folgt häufig eine Rückbildungsphase, in der viele müde sind und sich schlecht konzentrieren können. Sie dauert laut kopfschmerzen.de im Schnitt etwa einen Tag, manchmal bis zu zwei. Gönn dir in dieser Zeit möglichst Ruhe.
Wie lange dauert eine Migräne-Aura?
Eine Aura hält meist 15 bis 60 Minuten an und geht danach vollständig zurück. Sie tritt nur bei etwa 10 bis 15 Prozent der Betroffenen auf, laut den Neurologen und Psychiatern im Netz. Bei ungewöhnlichen oder plötzlichen Ausfällen solltest du ärztliche Hilfe suchen.
Ab wie vielen Kopfschmerztagen spricht man von chronischer Migräne?
Von chronischer Migräne spricht man bei Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen im Monat über mehr als drei Monate, davon mindestens acht Tage mit Migränemerkmalen, so gesundheitsinformation.de. Die Einordnung nimmt eine Ärztin oder ein Arzt vor, am besten anhand deines Kopfschmerztagebuchs.
Quellen
- Migräne » Krankheitsbild »
- Vorphase kann Migräne-Attacke ankündigen: Neurologen und Psychiater im Netz
- Migräne
- Migräne-Verlauf: 5 Phasen & Sonderfälle - Kopfschmerz!de
Geschrieben von Laurine Nicoletti, Gründerin von Mellow, die seit ihrem 21. Lebensjahr mit Migräne lebt. Mehr erfahren · So schreiben wir unsere Artikel
Ähnliche Artikel
Augenmigräne: Was hinter dem Flimmern vor deinen Augen steckt
Augenmigräne: Flimmern, Zickzacklinien, blinde Flecken. Was bei einer Aura passiert, wie lange sie dauert, wann du zum Arzt oder Notarzt gehen solltest.
Migräne dauert mehrere Tage: Warum sie nicht aufhört und wann du zum Arzt solltest
Migräne dauert mehrere Tage und geht nicht weg? Was hinter einer Attacke über 72 Stunden stecken kann, was hilft und wann du ärztlichen Rat holen solltest.
Migräne Arten: Die Formen im Überblick und wie du dich zurechtfindest
Migräne Arten im Überblick: mit Aura, ohne Aura, chronisch, vestibulär und seltene Formen. So findest du dich zurecht, mit Links zu den Detail-Artikeln.




