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Grundlagen

Migräne Glossar: Die wichtigsten Begriffe einfach erklärt

Von Laurine Nicoletti10 min

Beim Neurologen fällt plötzlich das Wort „Prodromalphase". Im Beipackzettel steht „Photophobie". Und in einem Forum schreibt jemand von „CGRP-Antikörpern". Wenn du schon länger Migräne hast, hast du vermutlich einige dieser Begriffe schon gehört, aber nicht immer wusste jemand, was sie genau bedeuten. Genau dafür ist dieses Migräne Glossar gedacht.

Wenn du ein Migräne Glossar suchst, das die wichtigsten Wörter in normaler Sprache erklärt, bist du hier richtig. Es gehört zu unserem Bereich Alles über Migräne und ist so aufgebaut, dass du es überfliegen oder bei Bedarf gezielt nachschlagen kannst. Es ersetzt kein Arztgespräch, hilft dir aber, dort besser mitzureden.

Kurz gesagt

  • Ein Migräne Glossar hilft dir, Fachwörter wie Prodromalphase, Aura, Photophobie oder CGRP zu verstehen und beim Arzttermin besser mitzureden.
  • Eine Migräneattacke kann laut Neurologen und Psychiater im Netz mehrere Phasen haben: Vorphase, Aura, Kopfschmerzphase und Rückbildungsphase. Nicht jede Person erlebt alle.
  • Triptane, CGRP-Antikörper und Botox sind Behandlungsbegriffe, die du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprichst, nie auf eigene Faust.
  • Ein Kopfschmerztagebuch liefert keine Diagnose, zeigt aber Muster bei Migränetagen, Dauer, Intensität und möglichen Auslösern.

Warum lohnt es sich, die Begriffe rund um Migräne zu kennen?

Migräne ist häufig. Laut gesundheitsinformation.de haben etwa 100 bis 150 von 1000 Menschen eine Migräne. Trotzdem bleibt die Fachsprache oft ein Rätsel.

Wer die Wörter kennt, kann Symptome genauer beschreiben und Informationen besser einordnen. Das hilft dir beim Arzttermin, aber auch dabei, Aussagen im Netz kritisch zu lesen. Und manchmal tut es einfach gut zu merken: Das, was ich erlebe, hat einen Namen.

Migräne Glossar: Die Kopfschmerzarten im Überblick

Nicht jeder Kopfschmerz ist eine Migräne. Ärztinnen und Ärzte unterscheiden verschiedene Formen, die sich in Schmerzcharakter, Dauer und Begleitsymptomen unterscheiden.

  • Migräne: Der Schmerz ist stark, oft pulsierend oder pochend und meist auf einer Kopfseite. Laut gesundheitsinformation.de dauert ein Anfall mindestens 4 Stunden und bis zu 3 Tage, oft mit Übelkeit.
  • Spannungskopfschmerz: Er ist die häufigste Kopfschmerzform. Er drückt eher dumpf auf den ganzen Kopf, und typische Migräne-Begleiter wie Übelkeit fehlen laut gesundheitsinformation.de meist.
  • Cluster-Kopfschmerz: Er ist selten (etwa 1 von 1000 Menschen). Der Schmerz sitzt einseitig an Schläfe und Auge, oft mit tränendem Auge und laufender Nase, wie gesundheitsinformation.de beschreibt.
  • Primärer Kopfschmerz: Der Kopfschmerz ist selbst die Erkrankung, nicht Folge einer anderen Ursache. Migräne gehört dazu.
  • Sekundärer Kopfschmerz: Hier steckt eine andere Ursache dahinter, zum Beispiel eine Infektion oder eine Verletzung.

Ob du eine Migräne hast, klärt am Ende eine Ärztin oder ein Arzt. Die Diagnose wird laut MSD Manual klinisch gestellt, also anhand deiner Beschreibung der Symptome und der Krankengeschichte. Wie genau du deine Beschwerden schilderst, spielt dabei eine große Rolle.

Welche Phasen hat eine Migräneattacke?

Eine Attacke besteht nicht nur aus dem Kopfschmerz. Nach Neurologen und Psychiater im Netz lässt sich eine Migräne meist in mehrere Phasen einteilen. Nicht jede Person erlebt alle.

Prodromalphase (Vorphase)

„Prodrom" bedeutet „Vorbote". Bei etwa 30 Prozent der Betroffenen kündigt sich eine Attacke laut Neurologen und Psychiater im Netz schon einige Stunden bis zu zwei Tage vorher an. Typisch sind zum Beispiel Gereiztheit, Müdigkeit, heftiger Appetit auf Süßes oder auf Fettiges, ungewohnter Durst oder Stimmungsschwankungen.

Aura

Die Aura sind vorübergehende neurologische Symptome, die vor oder gelegentlich auch während der Kopfschmerzen auftreten. Laut Neurologen und Psychiater im Netz haben etwa 10 bis 15 Prozent der Betroffenen eine Aura. Meist sind es Sehstörungen wie Flimmern oder Zickzacklinien, seltener Kribbeln, Taubheit oder Sprachstörungen. Eine Aura entwickelt sich langsam und dauert meist 15 bis 60 Minuten.

Wichtig: Treten Symptome ungewöhnlich auf, dauern sehr lange oder sind neu für dich, solltest du das ärztlich abklären lassen. Neurologen und Psychiater im Netz weisen ausdrücklich darauf hin. Das ist kein Grund zur Panik, sondern ein Grund, nachzufragen.

Kopfschmerzphase

Das ist die Phase, die die meisten mit „Migräne" verbinden. Der Schmerz ist oft pulsierend und verstärkt sich bei Bewegung. Er dauert laut Neurologen und Psychiater im Netz typischerweise 4 bis 72 Stunden.

Postdromalphase (Rückbildungsphase)

Wenn der Schmerz nachlässt, fühlst du dich oft noch erschöpft, benommen oder „wie durchgewalkt". Manche erleben danach auch Gegenteile der Vorboten, etwa gute Laune oder wenig Appetit. Auch diese Nachphase gehört zur Attacke.

Symptome: Was bedeuten die komischen Wörter?

  • Photophobie: Lichtempfindlichkeit. Normales Licht fühlt sich grell oder unangenehm an.
  • Phonophobie: Lärmempfindlichkeit. Geräusche werden als viel zu laut erlebt.
  • Osmophobie: Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen. Das ist weniger bekannt, aber für viele Betroffene real.
  • Übelkeit und Erbrechen: Sie gehören laut MSD Manual zu den typischen Begleitsymptomen, genau wie Überempfindlichkeit auf Licht, Geräusche oder Gerüche.
  • Einseitiger Schmerz: Er sitzt meist auf einer Kopfseite, wobei die Seite wechseln kann.

Eine Migräne mit Aura und eine Migräne ohne Aura sind zwei Untergruppen. Beides ist Migräne, nur die Aura-Symptome unterscheiden sich. Manche Menschen haben im Laufe ihres Lebens auch beide Formen.

Episodisch, chronisch, Übergebrauch: Wörter rund um die Häufigkeit

Hier entstehen oft Missverständnisse, denn „chronisch" klingt schnell dramatischer, als es gemeint ist.

  • Episodische Migräne: Die Attacken kommen in Episoden, also mit Pausen dazwischen. Laut gesundheitsinformation.de ist das die häufigere Form.
  • Chronische Migräne: Sie liegt laut MSD Manual vor, wenn über mehr als drei Monate an mehr als 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen auftreten, von denen acht die Migränekriterien erfüllen. Das ist ein medizinischer Fachbegriff für die Häufigkeit, kein Urteil über dich.
  • Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch: Er entsteht, wenn Schmerz- oder Migränemittel zu oft eingenommen werden. Laut gesundheitsinformation.de gelten bei Schmerzmitteln wie Paracetamol, ASS oder Ibuprofen 15 oder mehr Einnahmetage im Monat als zu häufig, bei Triptanen und Ergotaminen schon 10 Tage.
  • Menstruelle Migräne: Die Attacken treten laut DMKG ausschließlich zwischen 2 Tagen vor und 3 Tagen nach Beginn der Blutung auf, in mindestens 2 von 3 Zyklen. Als Ursache gilt der Abfall des Östrogens.

Auch zur Verteilung gibt es eine Zahl: Laut DMKG sind Frauen nach der Pubertät etwa dreimal häufiger von Migräne betroffen als Männer. Mehr dazu, wie sich Migräne in Familien häufen kann, liest du in unserem Artikel Migräne erblich?. Und wie sich Migräne bei Jüngeren zeigt, steht im Ratgeber für Eltern.

Behandlung: Was bedeuten die Namen, die du hörst?

Hier erkläre ich die Begriffe nur zur Orientierung. Was für dich passt, entscheidest du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Mehr zum Umgang mit Attacken findest du unter Migräne-Behandlung.

  • Akuttherapie: Behandlung während einer Attacke.
  • Prophylaxe: Behandlung, die Attacken vorbeugend seltener oder leichter machen soll. Mehr dazu unter Migräne-Auslöser.
  • Triptane: Migränespezifische Medikamente. Laut Neurologen und Psychiater im Netz ahmen sie den Botenstoff Serotonin nach und hemmen die Freisetzung entzündlicher Eiweißstoffe im Gehirn. Sie sind verschreibungspflichtig.
  • Antiemetikum: Ein Mittel gegen Übelkeit. Laut Neurologen und Psychiater im Netz kann es mit Schmerzmitteln kombiniert werden.
  • CGRP-Antikörper: Das sind Medikamente zur Vorbeugung, die auf den Botenstoff CGRP zielen. Ob sie für dich infrage kommen, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
  • Botulinumtoxin (Botox): Es ist laut Neurologen und Psychiater im Netz zur Behandlung der chronischen Migräne zugelassen. Wie das PREEMPT-Schema abläuft, erklärt unser Artikel Botox bei Migräne.

Für diese Behandlungen gilt: Sie brauchen ärztliche Begleitung. Nimm, ändere oder stoppe Medikamente nicht auf eigene Faust.

Die Wissenschaft hinter Migräne: Trigeminus, CGRP und Auslöser

Trigeminusnerv und CGRP

Der Trigeminusnerv ist ein großer Gesichts- und Kopfnerv. Nach heutigem Verständnis ist Migräne ein neurovaskuläres Geschehen, an dem dieses trigeminovaskuläre System beteiligt ist. Laut MSD Manual werden dabei Neuropeptide wie CGRP freigesetzt, die eine schmerzhafte Entzündung an Gefäßen und Hirnhaut hervorrufen können.

Das klingt kompliziert, und vieles an Migräne ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Du musst die Details nicht auswendig kennen. Entscheidend ist: Migräne ist eine echte neurologische Erkrankung, kein „Anstellen".

Auslöser (Trigger)

Auslöser sind Faktoren, die einen Anfall begünstigen können, ohne seine eigentliche Ursache zu sein. Laut Neurologen und Psychiater im Netz reicht die Bandbreite von unregelmäßigem Schlaf über Hormonveränderungen bis zu bestimmten Nahrungsmitteln, Alkohol oder Wettereinflüssen. Wichtig: Nicht jeder reagiert auf dieselben Dinge.

Beim Wetter ist die Lage etwas unklar. Viele Betroffene berichten von Zusammenhängen mit Wetterumschwüngen, wissenschaftlich nachgewiesen ist das laut Neurologen und Psychiater im Netz bislang jedoch nicht. Zu Bildschirmen und Blaulicht haben wir uns die Studienlage in einem eigenen Artikel angeschaut: Migräne und Bildschirm.

Kopfschmerztagebuch und Statistik: Tools, die Ärzte gern sehen

  • Kopfschmerztagebuch: Eine Aufzeichnung deiner Attacken. Laut MSD Manual hält man darin fest, wie schwer und lang ein Anfall war, was zu dem Zeitpunkt geschah, was man vorher gegessen oder getrunken hat und welche Medikamente man genommen hat.
  • Migränetage: Die Tage im Monat, an denen du eine Migräne hattest. Diese Zahl ist die Basis für Begriffe wie episodisch oder chronisch.
  • Intensität und Dauer: Wie stark und wie lange. Mit diesen Angaben kann deine Ärztin oder dein Arzt besser einschätzen, wie sehr dich die Migräne einschränkt.
  • Einnahmetage: Die Tage, an denen du Akutmedikamente genommen hast. Sie zeigen, ob du in Richtung Übergebrauch kommst.

Laut MSD Manual können Zusammenhänge zwischen Anfällen und möglichen Auslösern anhand solcher Aufzeichnungen deutlich werden. Ein Tagebuch liefert also keine Diagnose, aber gute Muster, über die du sprechen kannst.

So nutzt du dieses Glossar im Alltag

Ein paar kleine Ideen, wie du die Begriffe konkret einsetzt:

  1. Vor dem Arzttermin: Schreibe auf, in welcher Phase welche Symptome auftreten (Vorboten, Aura, Schmerz, Nachphase).
  2. Beim Beschreiben: Sag „Lichtempfindlichkeit" statt „es ist alles zu hell". Das macht es für andere leichter, dich zu verstehen.
  3. Beim Lesen im Netz: Prüfe, ob von Vorbeugung oder Akutbehandlung die Rede ist. Das ist oft der entscheidende Unterschied.
  4. Bei Unsicherheit: Frag nach. Gute Ärztinnen und Ärzte erklären Begriffe gern, und Fragen sind nie dumm.

Wenn dich Migräne belastet, ist es normal, mehr wissen zu wollen. Du musst nicht alles auf einmal verstehen, und du musst auch nicht jede Zahl im Kopf haben. Wenn du deine Attacken im Blick behältst, wirst du mit der Zeit von selbst sicherer im Umgang mit den Wörtern.

Häufige Fragen

Was bedeutet Prodromalphase bei Migräne?

„Prodrom" bedeutet „Vorbote". Laut Neurologen und Psychiater im Netz kündigt sich bei etwa 30 Prozent der Betroffenen eine Attacke schon einige Stunden bis zu zwei Tage vorher an, zum Beispiel durch Gereiztheit, Müdigkeit oder Heißhunger.

Was ist eine Aura?

Eine Aura besteht aus vorübergehenden neurologischen Symptomen, die vor oder gelegentlich während der Kopfschmerzen auftreten. Meist sind es Sehstörungen wie Flimmern oder Zickzacklinien, und sie dauert laut Neurologen und Psychiater im Netz meist 15 bis 60 Minuten. Bei ungewöhnlichen oder neuen Symptomen solltest du das ärztlich abklären lassen.

Was heißt chronische Migräne?

Laut MSD Manual liegt chronische Migräne vor, wenn über mehr als drei Monate an mehr als 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen auftreten, von denen acht die Migränekriterien erfüllen. Das ist ein Fachbegriff für die Häufigkeit und kein Urteil über dich.

Was sind Photophobie und Phonophobie?

Photophobie bedeutet Lichtempfindlichkeit, Phonophobie Lärmempfindlichkeit. Laut MSD Manual gehören Überempfindlichkeit auf Licht, Geräusche oder Gerüche zu den typischen Begleitsymptomen einer Migräne.

Wofür brauche ich ein Kopfschmerztagebuch?

Laut MSD Manual hältst du darin fest, wie schwer und lang ein Anfall war, was zu dem Zeitpunkt geschah und welche Medikamente du genommen hast. So können Zusammenhänge mit möglichen Auslösern deutlich werden.

Quellen

Geschrieben von Laurine Nicoletti, Gründerin von Mellow, die seit ihrem 21. Lebensjahr mit Migräne lebt. Mehr erfahren · So schreiben wir unsere Artikel

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